Samstag, August 05, 2006

Fischweiber und Fragen, die keiner stellt. - Ufa

(Ufa, 05./06.08.06) Entspricht das der Political Correctness "Fischweiber" zu sagen? Klar doch, hat selbst Bert Brecht den Streit der zwei Koeniginnen in Schiller's Maria Stuart zu einem Streitgespraech zwischen Fischweibern umgeschrieben. Also dann...

Wie sind die Fischweiber an der M7 nach Ufa? Danja und ihre Kolleginnen (Kaffee- und Kuchenweiber, Honigweiber, etc.) sind lustig.


Wie sehen die Strassen in Russland aus? Nicht so schlecht, wie man vielleicht vermuten wuerde, aber doch mit viel Vorsicht zu geniessen. Haeufig wird gebaut; der gelbe Bagger auf dem Bild hatte uebrigens ein Duisburger Kennzeichen.

Wie sind die sanitaeren Anlagen entlang der Strecke? Naturbelassen oder rus(s)tikal, Detailaufnahmen verbieten sich aus Diskretionsgruenden.

Gibt es - abgesehen von den Farben - einen weiteren Zusammenhang? No comment!

Wo stellt man das Motorrad nach einer Tagesetappe ab? An einem sicheren Ort; hier in dem ehemaligen Ballsaal des Hotels Russia in Ufa. Eigentlich haette ich es auch mit aufs Zimmer nehmen koennen.

Wie kommt man anschliessend in die Stadtmitte? Natuerlich mit modernen oeffentlichen Verkehrsmitteln.


Und was kann man dort sehen? Markthalle & Wochenmarkt, Hund & Katz', Bimmelbahn & Schrankenwaerterin.




Edgar Hauster

Spaziergaenge in Kazan (3871 km)

(Kazan, 03./04.08.06) Kazan ist die Hauptstadt der Republik Tatarstan.


Eine Hochszeitsgesellschaft pilgert durch Kazan...

... und macht an diversen Sehenswuerdigkeiten Hochzeitsfotos. Hier an einem "sowjetischen" Denkmal vor dem Kreml:


Auf einer sowjetischen Gedenktafel steht der Text in Russisch und Tatarisch:

Tatarisch ist eine Turksprache, also dem Tuerkischen verwandt. Sie wird in Kyrillisch geschrieben. Alles Amtliche und vieles Geschaeftliche (Werbung) findet man in beiden Sprachen. Es gibt auch einen eigenen tatarischen Fernsehsender...


Spaziergang durch eine Hauptstrasse

Kazan scheint ein alte Stadt zu sein, man findet ueberall "Prachtbauten" aus der Zeit vor 1917. Es gibt "geschlossene" Viertel, die komplett von damals stammen. In der Regel wechseln sich Bauwerke aus allen Epochen aber ab.

Die hohe Anzahl an Schornsteinen kuendigt wohl den Winter an






Das abrissreife Kazan

Bahnhofsgelaende und Menschen

der Hauptbahnhof von Kazan

die gewoehnliche Methode ueber die Gleise zu gelangen:

Eine andere Methode erlaubt zusaetzlich einen engeren Kontakt zu den Eisenbahnern:


Diese Letzte Methode scheint ueblich zu sein. Rechts (auf dem folgenden Foto) liegen zwei Betonkloetze. Auf diese steigt man, um ueber die Gleise auf die andere Seite zu gelangen. Solche "Uebergaenge" findet man alle 100 Meter:



Spaziergang an einer Wolgabucht

Ein monumentaler Eingang aus frueheren Zeiten zu einem Sandstrand:



Die Altstadt wurde anscheinend an diesen herrlichen Strand "verlegt":



So sieht es etwa einen Kilometer weit aus. Wahrscheinlich waere ein Truemmerberg genialer gewesen, zumal es in dieser Gegend nicht so viele Berge gibt.

Auf der anderen Seite dieser Landzunge liegen alte Schiffe, grosse Betonteile und im Hintergrund sieht man slumaehnliche Huetten, in denen Leute wohnen:

Noch ein Schmaeckerle fuer unsre Motorrad-freaks:

Klaus Binder

Donnerstag, August 03, 2006

Shalyapin Palace Hotel - Kazan

(Kazan, 02./04.08.06) Das ist Oleg. Oleg ist Hotelpage im Shalyapin Palace Hotel, einem 4-Sterne-Hotel in der tatarischen Hauptstadt Kazan an der Volga.






Er hat heute seinen letzten Arbeitstag im Hotel. Am morgen will er sein Glueck als Bauarbeiter und Kletterkuenstler (Hochhausbau) in der weiten Welt versuchen. Doch zuvor hat er mir noch seine Identitaet ausgeliehen. Nein, ich schleppe keine Koffer und fuehre auch nicht verwoehnte Wohlstandsklaeffer Gassi; ich habe jetzt aber zusaetzlich eine russische Mobil-Telefonnummer, um die kriminellen Roaming-Spesen (ca. EUR 6,50/Min.) zu umgehen. Viel Glueck Oleg!

Vor dem Hotel, hinter dem Ruecken von Fjodor Iwanowitsch Shalyapin, trifft sich die Jugend von Kazan. Einige Meter weiter gibt es oeffentlich Karaoke. Was wohl der beruehmte Opernsaenger dazu sagen wuerde?

Auch Kazan ist - in meinen Augen - mindestens eine 4-Sterne-Stadt. Multikulturell (70 Voelker), sauber, freundlich, gepflegt, betriebsam aber nicht hektisch, alles Attribute, die man Kazan zuweisen kann.

Noch einmal zurueck zum Shalyapin Palace Hotel. Einen Zusatzstern hat schon der Hotellift verdient.

Mit diesem Foto aus dem Hotelaufzug habe ich meinen dienstlichen Auftrag erfuellt und es ist evident, dass unsere Reise jetzt als klassische Dienstreise - mit einer nicht uninteressanten Reisekostenabrechnung - zu werten ist. Als Berater eines Weltkonzerns sage ich: Vergesst Moskau nicht, aber geht nach Kazan!
Edgar Hauster

Nizhniy Novgorod (3450 km)

(Nizhniy Novgorod, 31.07./01.08.06) Nizhniy Novgorod hiess bis 1991 Gorki, da Maxim Gorki hier geboren wurde. Hier leben etwa 1,3 Mio Menschen. Es ist eine "neue" Industriestadt, vergleichbar mit Staedten im Ruhrgebiet. "Neu" bedeutet, dass Industrie und Stadt sehr schnell gewachsen sind. Besondere Eile hatte man im "grossen Vaterlaendischen Krieg", in dem viele westlich gelegende Industrien in den Osten, unter anderem in diese Stadt, verlegt wurden. Die fruehsozialistische Bauweise (schnell und ohne ausreichende Facharbeiter) begegnet einem hier auf Schritt und Tritt, da die Stadt zum groessten Teil in dieser Zeit gebaut wurde.


Ein Spaziergang an der Oka.

Am Ufer findet man noch alte Hafenanlagen, schnell und fuer die Ewigkeit in Beton gegossen:

Diese Leute verhalten sich wie "Umweltschuetzer":



Bald erscheint eine "alte" sowjetische Fabrik.

Zurueck zur Stadt. Ein wenig "Altstadt" ist auch zu finden. Sie besteht aus teilweise zerfallenen Haeusern.

Ueber solche Schienen rattern nicht nur Strassenbahnen, zur Freude aller gehetzten Fussgaenger duerfen auch die lieben Autofahrer ueber diese Huerden:

Ein gelungenes Beispiel fuer "passt-wackelt-und-hat Luft":

Ein Spaziergang durch "sozialistische" Siedlungen:

Die Natur scheint hier (wie auch in anderen ex-sowjetischen Staedten) in ihrem Wuchs kaum behindert zu werden:




Graffities findet man uebrigen auch im tiefen Osten ueberall.

Klaus Binder

Dienstag, August 01, 2006

Das Erlangen-Haus - Vladimir (3218 km)

(Vladimir, 30.07.06) Mit Stolz verweist die Besitzerin auf das "Erlangen-Haus", einem Ergebnis der Staedtepartnerschaft zwischen Erlangen und Vladimir.


Eine Hausnummer weiter, haelt es sich mit dem Stolz der Besitzer in Grenzen; sie eilen jedenfalls nicht heraus, als ich ihr Haus fotografiere.

Und nur ein Haus weiter, haetten es moegliche Besitzer schon sehr schwer herauszueilen, denn die Fenster und Tueren sind zugemauert. Vladimir, aus meiner Sicht, eine Stadt voller Widersprueche.


Edgar Hauster

Vladimir aus Holz

(Vladimir, 30.07.06) Holzhaeuser findet man in Russland noch sehr viele, so auch in Vladimir. Diese hier liegen unterhalb der cirka 1000 Jahre alten Kirche, am Abhang. Es ist frueh am Morgen und Nebel steigt diesen Abhang hinauf. Nur wenig Menschen wandern umher. Hier ein junger Mann, links ein gewisses Gesoeff, rechts ein Tuete mit mehreren Heiligenbildern.

Andere Fruehaufsteher fahren mit dem Auto zur Arbeit.



Diese Treppe muessen einige Bewohner hinabsteigen um sich in einem Brunnen Wasser zu holen:


Klaus Binder